Marcel Thiele: „Gastronomie der letzte Problemgeber“

Die Verminderung von Lebensmittelverschwendung ist ein wichtiges Ziel des VKÖ, weshalb der Verband nun auch eine Partnerschaft mit der Initiative „United Against Waste“ eingegangen ist. Grund genug, um uns diesem Thema auch im Rahmen von „Der VKÖ denkt weiter“ zu widmen.


 

Von Marcel Thiele Salzburger Köche

Von Marcel Thiele
Salzburger Köche

Leider geht hierbei ein starker Fokus vom Wettbewerb am globalen Markt aus, wo durch einige Vertreter der industriellen Produktion der Markt bewusst überschwemmt wird. Dadurch werden viele Mengen an Lebensmitteln gebunden, die der Markt gar nicht benötigt. Haben wir uns gefragt als Verbraucher, wer zehn Sorten Toastbrot oder 20 Anbieter für Tomatenketchup eigentlich benötigt? Riesige Mengen müssen gebunden werden, damit überhaupt garantierte Listungen und somit Marktpositioniernungen erlangt werden können.

Es ist sicher nicht die krumme Gurke allein, die aussortiert wird oder der unschöne Apfel auf dem Frühstücksbuffet (der in der Küche aber gern noch verkocht wird) und somit zum globalen Problem heranwächst. Denn mehr sind es Grundprodukte wie Getreide (Weizen), Zucker, Kaffee, Tee und so weiter, die die globale Problematik anheizen. Die Gastronomie, die den letzten Fond noch aus der Schale kocht, um eine Sauce zu erhalten ist hierbei wohl der letzte Ansprechpartner oder Problemgeber.

Das Problem liegt hierbei sicher in der Gänze des Verständnisses einer Gesellschaft und der Wirtschaft/Industrie. Wenn dennoch der „kleine Gastronom“ hierzu antworten sollte, dann müsste er lediglich seine Karte etwas verkleinern und sich auf die wesentlichen Dinge konzentrieren, die er gut kann und die seine Gäste lieben.“

 


 

Unter dem Titel “Der VKÖ denkt weiter” setzen sich Personen aus dem Verband regelmäßig mit aktuellen Themen auseinander. Dadurch sollen wichtige Fragen aus ganz persönlichen Perspektiven beleuchtet werden.
Wir freuen uns über jede Meinung zu den Texten!

 

One Response to “Marcel Thiele: „Gastronomie der letzte Problemgeber“”

  1. Ich finde das toll, wenn sich der VKÖ für die Verminderung von Lebensmittelverschwendung einsetzt!
    Ein Beispiel, das zeigt, wie ich für das Thema sensibilisiert bin: Wenn ich zuhause meine Kaffeemaschine mit den Kaffeebohnen auffülle, und dann einige Bohnen daneben fallen, dann suche ich so lange bis ich die Bohnen wieder finde. Es kann doch nicht sein, dashttp://vko.at/marcel-thiele-gastronomie-der-letzte-problemgeber/#responds Kaffeebohnen, nur weil sie daneben fallen, ihre lange Reise nach Europa und den Röstvorgang umsonst gemacht haben. Wie viel Energie habe diese Bohnen verbraucht, damit ich sie für meinen Kaffee verwenden darf, denke ich mir dabei. Und ich bin froh, wenn jede Bohne ihren Zweck erfüllen kann…..

    Aber nicht nur aus diesem Grund sollten wir gegen die Lebensmittelverschwendung ankämpfen. Wir sollten uns auch über legen, wie nachhaltig es ist, Lebensmittel zu produzieren, die ungenützt im Abfall landen…. Und wie viel an regionaler Wertschöpfung vernichtet wird, wenn wir unseren LebensMitteln nicht einen entsprechenden Stellenwert einräumen.

    Ebenso sollten wir beachten: Ist uns bewusst, wie viele Menschen auf der Welt nicht ausreichend zu trinken und zu essen haben? Deshalb müssen wir sorgsam unseren Lebensmittelverbrauch umgehen und die Verwendung von Lebensmittel optimieren:

    Ich finde, dass besonders die heimischen Verarbeiter von Rohprodukten, der Handel und die Gastronomie den Lebensmitteln einen höheren Stellenwert einräumen müssen, damit die Vorbildwirkung greift und dass es nahezu ein Verbrechen ist, Lebensmittel und Wasser zu verschwenden.

    Reinhard A. Lechner

    http://www.kaesestrasse.at
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