Küche der Erinnerung – Essen & Exil

Ausstellungseröffnung & Buchpräsentation

Küche der Erinnerung – Essen & Exil

Ausstellungs- und Buch-Projekt anlässlich des
25-jährigen Bestehens der Österreichischen Exilbibliothek

Ausstellungseröffnung & Buchpräsentation 26. September 2018, 19 Uhr | Literaturhaus Wien 1070, Zieglergasse 26 A

„But in the privacy of our own homes how we loved to hear the magic words, Gugelhupf, Palatschinken, Zuckerl.“
(Renate Yates)

Literaturhaus Wien
Österreichischen Exilbibliothek

Küche der Erinnerung – Essen & Exil

Küche des Austrian Centre, Glasgow, v.l.n.r.: Edith Königsberg (verheiratete Rosenstrauch) und Hilde Geffner, 1940er-Jahre Foto: Wolf Suschitzky © Estate of Wolf Suschitzky

Das Austrian Centre entstand im März 1939 in London als
Selbsthilfeorganisation für österreichische Flüchtlinge. Schon
bald übernahm das Austrian Centre auch soziale und kulturelle
Aufgaben und gründete Niederlassungen in anderen Teilen
Großbritanniens.

Lore Segal, geb. als Lore Groszmann 1928 in Wien. 1938
Emigration mit einem Kindertransport nach England, wo sie
später wieder mit ihren Eltern zusammenkam. 1945 bis 1948
Anglistikstudium an der Universität London. 1951 Einreise in die
USA. Lore Segal lehrte 1968 bis 1997 englische Literatur und
Creative Writing u. a. an der Columbia University, Princeton
University und The Ohio State University. Sie schrieb
Kurzgeschichten und Essays (u. a. für The New Yorker), Romane
und übersetzte Grimms Märchen. Ihr Werk ist vielfach
autobiografisch konnotiert. Lore Segal lebt in New York.

Lore Segal, New York 1993 Österreichische Exilbibliothek / Bildarchiv, Foto © Alisa Douer

Küche der Erinnerung – Essen & Exil Ausstellungs- und Buch-Projekt anlässlich des 25-jährigen Bestehens der Österreichischen Exilbibliothek

Mit dem groß angelegten Ausstellungs- und Buch-Projekt Küche der Erinnerung – Essen & Exil
feiert die ÖSTERREICHISCHE EXILBIBLIOTHEK im Literaturhaus Wien ihr 25-jähriges Bestehen.
Zur Ausstellungseröffnung und Buchpräsentation am 26.9.2018 wird die Autorin und diesjährige Theodor Kramer-Preisträgerin Lore Segal – 1928 in Wien geboren, 1938 mit einem Kindertransport nachEngland geflohen und seit 1951 in New York lebend – einen Text über die Küche ihrer Großmutter lesen und mit ihrer Tochter Beatrice Segal über das Weiterleben österreichischer Kochtraditionen in ihrer New Yorker Familie sprechen.
Veronika Zwerger (Leiterin der ÖSTERREICHISCHEN EXILBIBLIOTHEK) und Ursula Seeber, die
Kuratorinnen der Ausstellung und Herausgeberinnen des Buches, präsentieren Ausstellung und Buch.
25 Jahre ÖSTERREICHISCHE EXILBIBLIOTHEK
Die 1993 gegründete ÖSTERREICHISCHE EXILBIBLIOTHEK dokumentiert Leben und Arbeit
österreichischer Schriftsteller/innen und anderer Künstler/innen in Exil und Emigration seit 1933/38.
Sie ist die größte und bedeutendste Spezialbibliothek zu diesem Thema in Österreich. Der Schwerpunktder Sammlung – ca. 9.000 Bücher, rund 2.000 Zeitschriften, Konvolute zu ca. 2.500 Personen undNachlässe / Handschriften zu etwa 150 Personen – liegt auf Literatur, Theater, Publizistik, Musik,bildender Kunst und Kulturwissenschaft. Darüber hinaus werden auch Aspekte des Alltagsexils dokumentiert.
Im Ausstellungs- und Buch-Projekt Küche der Erinnerung – Essen & Exil
geht es nicht um Gastrosophie und Kulinarik. Vielmehr steht die private, gesellschaftliche und
symbolische Essenz des Essens im historischen Kontext von 1938 bis 1945 im Zentrum. Die „Küche der Erinnerung“ ist eine politische, bereitet von Menschen, die gewaltsam aus der Mitte ihres Lebens
gerissen, existenziell bedroht und in die Emigration getrieben wurden. In vielen literarischen Texten des Exils werden Kochen und Essen als identitätsstiftende undstabilisierende Momente gestaltet. Sie symbolisieren die Zugehörigkeit zu einer bestimmten Gruppe –
politisch, religiös, sozial, geografisch, familiär. Speisen und ihre Zubereitung können Emotionen und
(kollektive) Erinnerungen an eine Vergangenheit vor der Vertreibung wachrufen. Nahrungsaufnahme
gleicht einem „Einverleiben“ der verlorenen Heimat, Speisen werden zu „Gedächtnisspeichern“. Und im Gegenzug: Das Annehmen von kulinarischen Traditionen des Zufluchtslandes kann ein Beitrag zur Akkulturation sein.
Die Ausstellung
versammelt rund 150 Objekte – Handschriften, Lebensdokumente, Fotos, Originalausgaben,
Exilzeitschriften, Rezeptsammlungen u.v.m. – aus der einzigartigen Sammlung der
ÖSTERREICHISCHEN EXILBIBLIOTHEK. Schwerpunktthemen sind: Konsumkulturen vor 1938; Essen
und Mangel auf der Flucht, in Lagern und im Widerstand; Lokale und Vereinsheime im Exil; Flüchtlinge als Kochbuchautor/inn/en und Köch/inn/e/n; Kochbücher und Rezeptsammlungen des Exils; Essen als Motiv in Literatur, Kunst und Film des Exils.
Das Buch
enthält 32 teils unpublizierte literarische Texte von u. a. Jimmy Berg, Alice Herdan-Zuckmayer, JosephRoth, Egon Schwarz, Lore Segal, Fred Wander oder Hermynia Zur Mühlen. Beiträge namhafter Wissenschaftler/innen widmen sich den unterschiedlichsten Aspekten des Themas Essen und Exil.

Küche der Erinnerung. Essen & Exil. Hg. v. Veronika Zwerger und Ursula Seeber. Wien: new academic press,2018. 344 S., mit ca. 200 Abbildungen, brosch, ISBN 978-3-7003-2081-4, 32,00 EUR

Rückfragen, Rezensionsexemplare und honorarfreie Pressebilder in druckfähiger Auflösung:
MMag. Veronika Zwerger: exilbibliothek@literaturhaus.at

Literaturhaus Wien
Österreichischen Exilbibliothek

Küche der Erinnerung – Essen & Exil

Fest der Federación Austriaca en Bolivia, La Paz, Bolivien, vor 1948 Österreichische Exilbibliothek / Nachlass Fritz Kalmar, Foto: © Roberto Kalmar

Die Federación de Austriacos Libres en Bolivia wurde 1941 als
Vereinigung der österreichischen Exilant/inn/en in La Paz
gegründet. Neben politischen Agenden übernahm sie vor allem
soziale und kulturelle Aufgaben. Neben der Aufführung von
Theaterstücken organisierte die Gruppe Wiener Jausen oder ein
Praterfest.

Siegfried Weyr, 1890 in Galizien geboren, aufgewachsen in Wien,
war Maler, Grafiker und Journalist. Nach dem „Anschluss“ floh er
mit seiner Frau und seinem Sohn – dem späteren Schriftsteller
Thomas Weyr – nach England, wo er als „feindlicher Ausländer“
im Onchan Internierungslager auf der Isle of Man inhaftiert war. In
der Zeit entstanden mehrere Gemälde, in dem er u. a. die
Versorgungslage im Lager dokumentiert. Später emigrierte er in
die USA und kehrte 1947 nach Österreich zurück, wo er als
Redakteur u.a. für den Kurier tätig war. Weyr starb 1963 in Wien.

Siegfried Weyr: Onchan Camp, Douglas Home, Großbritannien, um 1939 Privatbesitz Theodora Weyr © Thomas Weyr

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