Eberhard Seyffer: „Was nicht viel kostet, ist auch nichts wert“

Die Verminderung von Lebensmittelverschwendung ist ein wichtiges Ziel des VKÖ, weshalb der Verband nun auch eine Partnerschaft mit der Initiative „United Against Waste“ eingegangen ist. Grund genug, um uns diesem Thema auch im Rahmen von „Der VKÖ denkt weiter“ zu widmen.


 

 

Von Eberhard Seyffer Sektionsobmann Tirol

Von Eberhard Seyffer
Sektionsobmann Tirol

Es geht um die Verschwendung von Lebensmitteln in Österreich (ähnlich in anderen wohlhabenden Ländern). Am Beginn ist zu erwähnen, dass es auch in unserem Land Menschen gibt, die es sich nicht leisten können Lebensmittel zu verschwenden.
Es ist auch nichts davon zu halten. wenn es lautet “ man müsste oder man sollte”. Jeder kann bei sich selbst anfangen und seine Gewohnheiten ändern um zu einem sorgsamen Umgang und Einsatz von Nahrungsmitteln zu gelangen.
Muss immer alles zu jeder Tageszeit und zu jeder Jahreszeit da sein? Greifen wir zu Produkten aus unserem Umfeld, vermeiden wir lange Transportwege! Kochen wir Produkte, die es je nach Saison gibt!

Lebensmittel hatten früher einen ganz anderen Stellenwert, ein Haushalt musste einen wesentlichen Teil seines Budgets für Lebensmittel aufwenden. Es war eine Schande und moralisch nicht zu vertreten zB. ein Stück Brot wegzuwerfen! Was aber nicht viel kostet ist auch nichts Wert!

Die Nahrungsmittelproduktion ist in eine falsche Richtung gelaufen. Immer mehr, in immer schneller Zeit, zu immer weniger Kosten. Am schlimmsten in diesem Verhalten hat es unsere Mitgeschöpfe, die Tiere, getroffen. Sie werden zum großen Teil in nicht artgerechter Haltung, auf engstem Raum und mit viel Medikamenten-Einsatz ausgebeutet und geschunden.

Viele Menschen befassen sich nicht mehr damit, woher die Nahrungsmittel kommen und wie sie erzeugt worden sind. Gewohnheiten zu verändern ist ein schwieriger und langer Weg, aber es lohnt sich.
Außerdem der Unsinn mit dem MHD (Mindesthaltbarkeitsdatum). Dieses besagt lediglich dass ein Produzent bis zu diesem Datum bei sachgemäßer Lagerung garantiert dass das Lebensmittel noch einwandfrei ist. Viele Produkte halten aber tatsächlich wesentlich länger!
Es liegt in der Verantwortung des Verwenders, zu beurteilen ob ein Lebensmittel noch in Ordnung ist oder nicht (wenn es vor Ablauf schon verdorben sein sollte, wird es ja auch nicht verwendet). Diese Diskussion ist zu führen und die Verantwortung jenen zu überlassen, die ein Lebensmittel zubereiten und an Dritte verkaufen! Ja, es werden sogar viele Lebensmittel bereits vorher (einige Tage) nicht mehr genommen, bleiben in den Regalen stehen, weil viele Menschen immer nach dem längsten MHD suchen.
Als wir noch unverpackte Lebensmittel bezogen war dieses Problem nicht vorhanden. Die Menschen waren auch nicht mehr krank als heute, vielleicht ist der Durchschnitt sogar anfälliger, da das Immunsystem nicht mehr so gestärkt wird.

Ich hoffe ein wenig zum Nachdenken angeregt zu haben.

 


 

Unter dem Titel “Der VKÖ denkt weiter” setzen sich Personen aus dem Verband regelmäßig mit aktuellen Themen auseinander. Dadurch sollen wichtige Fragen aus ganz persönlichen Perspektiven beleuchtet werden.
Wir freuen uns über jede Meinung zu den Texten!

 

 

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